Nährstoffmanagement im Ökologischen Gemüsebau mit neuen Dünge-strategien und EDV-gestützten Tools

Projektpartner:
Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ)

Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme, Technische Universität München (TUM)

Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ)

Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG)

Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV (LFA)

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW)

Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR)

Zentrum für Ökologischen Landbau (309), Universität Hohenheim (UHOH)

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ)

Taifun Tofu GmbH (Taifun)

Bodengesundheitsdienst GmbH (BGDBAD)

Leitung: Gesamtverbund PD Dr. Kurt Möller, LTZ, Vertreter: Dr. Hans Jürgen Reents, TUM

Bearbeitung:
TUM-ÖL: Dr. Hans Jürgen Reents, Robert Kahle, Dipl.-Agr.Biol.

Laufzeit: 03/2019 – 02/2022

Förderung: BMEL, Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft. FKZ2818OE057

Kurzbeschreibung
Die zentrale Thematik des Verbundprojekts ist das Nährstoffmanagement im Ökologischen Gemüsebau, aufbauend auf einer Analyse der derzeitigen Praxis, Entwicklung von Ansätzen für eine Verbesserung der Nährstoffversorgung und zielgenaueren Einsatz von organischen Düngern. Die ausgewogene Nährstoffversorgung mit allen Hauptnährstoffen unter den Prinzipien des ökologischen Anbaus und den Regulierungen der Düngeverordnung stellt eine große Herausforderung für die Praxis dar. In der Regel ist die Nährstoffversorgung der wesentlich limitierende Faktor für die Ertragsfähigkeit auf Öko-Böden. Dabei stehen Betriebe vor zwei schwierigen Herausforderungen: 1. Eine gute Übereinstimmung von N-Pflanzenbedarf und N-Freisetzung zu erzielen und 2. das Bodenfruchtbarkeitsmanagement so auszurichten, dass ausgewogene Input-Outputbilanzen nicht nur für Stickstoff, sondern auch für die anderen Hauptnährstoffe Phosphor, Kalium und Schwefel vorliegen.

Auf der Basis von exemplarischen Betriebserhebungen soll der Stand des Managements in der Praxis beurteilt und die Ansätze zu Optimierung ermittelt werden. Zur Optimierung des Stickstoffmanagements werden EDV-gestützte Modelle der N-Mineralisierung und N-Aufnahme getestet und weiterentwickelt. Darüber hinaus werden in Versuchen Verfahren entwickelt und geprüft, die die Nährstoffversorgung verbessern können (Erhöhung der N2-Fixierungsleistung durch Leguminosen-Einsatz in Kombination mit Anbauverfahren wie legumen Winterzwischenfruchtanbau oder legume Lebendmulchsysteme angewandt). Weitere Feldversuche untersuchen die Wirkweise und -effizienz alternativer Stickstoff-Düngemittel (z. B. Kleegras-basierte Düngemittel, Prozesswässer, Bioabfälle) und deren Ausbringungsverfahren (z.B. Unterfußdüngung im Vergleich zu einer Breitverteilung) auf die N-Effizienz und Nährstoffdynamik. Diese Arbeiten werden mit Versuchen kombiniert, die das N-Freisetzungsverhalten verschiedener organischer Düngemittel bei unterschiedlichen Böden untersuchen (Interaktion zwischen Dünger und Bodeneigenschaften).

Die Ergebnisse der verschiedenen Arbeitspakete werden genutzt, um projektbegleitend EDV-gestützte Düngemanagementsysteme (z.B. NDICEA, N-Expert) an den ökologischen Gemüsebau anzupassen und sie in den Betrieben anzuwenden. Dadurch wird den Gärtnern ermöglicht, die Höhe der N-Freisetzung im Boden im Verhältnis zum erwarteten Verlauf der N-Aufnahme der Kulturen besser zu schätzen.

Das Nutri@ÖkoGemüse-Projekt vernetzt die 11 Projektpartner (Universitäten, Forschungsanstalten, Unternehmen) zur Entwicklung optimierter Düngestrategien für die nachhaltige Praxis des Ökologischen Gemüsebaus.

Veröffentlichungen